Janaina Tschäpe

Ja, das ist gut! Aber es ist erst die Hälfte. Ihr Ehrgeiz wird befriedigt wer­den, aber ob auch ihr Hang nach Spiel und Aben­teuer? Ich bezwei­fle. Für die stündliche kleine Zer­streu­ung und Anre­gung, für alles, was die Langeweile bekämpft, diese Tod­feindin einer geistre­ichen kleinen Per­son, dafür wird Innstet­ten sehr schlecht sor­gen. Er wird sie nicht in einer geisti­gen Ode lassen, dazu ist er zu klug und zu welt­män­nisch, aber er wird sie auch nicht son­der­lich amüsieren. Und was das Schlimm­ste ist, er wird sich nicht ein­mal recht mit der Frage beschäfti­gen, wie das wohl anz­u­fan­gen sei. Das wird eine Weile so gehen, ohne viel Schaden anzurichten, aber zuletzt wird sie’s merken, und dann wird es sie belei­di­gen. Und dann weiß ich nicht, was geschieht. Denn so weich und nachgiebig sie ist, sie hat auch was Rabi­ates und läßt es auf alles ankommen.

[Theodor Fontane: Effi Briest]

Janaina Tschäpe: Lacrimacorpus, © nichido contemporary art

Janaina Tschäpe: Lacrima­cor­pus

noch bis zum 9. Okto­ber aus­gestellt in Once upon a time, Deutsche Guggenheim

Der Tagesspiegel: Glaube ver­setzt Sanddünen

Liebe kommt zuerst, aber gle­ich hin­ter­her kommt Glanz und Ehre, und dann kommt Zer­streu­ung – ja, Zer­streu­ung, immer was Neues, immer was, daß ich lachen oder weinen muß. Was ich nicht aushal­ten kann, ist Langeweile.

[Theodor Fontane: Effi Briest]

 
Ganymed - ein Projekt von Castor und Pollux